Duisburg, 20. August 2026. Der Duisburger PCC-Konzern hat im zweiten Quartal die positive Geschäftsentwicklung weiter ausgebaut. Nach vorläufigen Zahlen stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Jahresvergleich deutlich, um 77,1 % auf 35,4 Millionen €, wobei fast alle Konzernsegmente ihr EBITDA steigerten. Im ersten Halbjahr kumulierte sich das EBITDA auf 48,3 Millionen €, ein Plus von 45,0 %.
Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal zum Vorjahresquartal um 5,7 % auf 246,3 Millionen €. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Konzernumsatz mit 467,3 Millionen € um 3,5 % unter Vorjahr, da der Aufwärtstrend erst im zweiten Quartal voll zu Buche schlug.
Auf operativer Ebene (Ergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT) erzielte die PCC-Gruppe im zweiten Quartal einen Gewinn von 15,8 Millionen € gegenüber einem Verlust von –0,7 Millionen € im Vorjahresquartal. Im ersten Halbjahr kumulierte sich das EBIT auf 8,0 Millionen € (Vorjahr: –8,7 Millionen €).
Das Vorsteuerergebnis (EBT) war im zweiten Quartal mit 5,7 Millionen € ebenfalls wieder positiv (Vorjahr: –21,4 Millionen €). Kumuliert im ersten Halbjahr ging der Vorsteuerverlust um über 81,8 % auf –9,8 Millionen € zurück.
Die genannten Zahlen sind vorläufig. Die prüferische Durchsicht des Zwischenabschlusses des PCC-Konzerns zum 30. Juni 2026 erfolgt derzeit durch den Wirtschaftsprüfer. Die Veröffentlichung des Zwischenabschlusses ist am 17. September vorgesehen.
„Insgesamt verzeichnet die PCC-Gruppe nach einem eher verhaltenen Start in das Geschäftsjahr 2026 seit Anfang März einen deutlichen Aufwärtstrend in ihren Kernaktivitäten, der sich im zweiten Quartal fortsetzte“, erklärt Riccardo Koppe, Finanzvorstand/Chief Financial Officer der PCC SE, und ergänzt: „Diese positive Geschäftsentwicklung basiert auf höheren Anlagenauslastungen und einer seit Ausbruch des Iran-Krieges anhaltend hohen Auftragslage in den Chemiesegmenten der PCC-Gruppe. Denn angesichts der Unterbrechung der asiatischen Lieferketten aufgrund des Konflikts um die Straße von Hormus gewährleisten wir als europäischer Chemieproduzent den Kunden in Europa und den USA eine hohe Lieferstabilität“, erläutert Riccardo Koppe, „Preissteigerungen bei Rohstoffen können bislang weitestgehend über die Verkaufspreise weitergegeben werden, und Versorgungsengpässe bei eigenen Rohstoffen bestehen derzeit nicht.“
Positiver Ausblick auf das Gesamtjahr
Der Vorstand der PCC SE geht davon aus, dass dieser Trend zunächst anhält und sieht auch für das Gesamtjahr eine positive Perspektive. Im aktuellen Ausblick für 2026 rechnet er beim Umsatz mit einem Wachstum von 5 % bis 10 % auf nahezu 1 Milliarde €, beim EBITDA vor Einmaleffekten mit einem Plus von über 20 % auf einen dreistelligen Millionenbetrag und beim EBIT mit der Rückkehr in die Gewinnzone.
Entwicklung in den Konzernsegmenten
Umsatzstärkstes Segment ist weiterhin Tenside & Derivate. Die Erlöse stiegen im zweiten Quartal zum Vorjahr um 18,8 % auf 74,0 Millionen € und das EBITDA um 66,8 % auf 9,7 Millionen €. Seit Beginn des Iran-Krieges sind die Rohstoffpreise signifikant gestiegen, jedoch nahm gleichzeitig auch die Nachfrage europäischer Kunden nach Produkten der PCC zu. Dies gilt auch für das Segment Polyole & Derivate, das den Quartalsumsatz um 18,7 % auf 51,6 Millionen € steigerte und das EBITDA um 147,4 % auf 11,2 Millionen €. Im Segment Chlor & Derivate lag das EBITDA im zweiten Quartal über dem Vorjahr, der Umsatz ging jedoch preisbedingt weiter zurück.
Der vorübergehende Stillstand der Siliziummetall-Produktion hält an. Sowohl Umsatz als auch Verluste des Segments Silizium & Derivate gingen daher deutlich zurück. Der Cash-Bedarf konnte deutlich reduziert werden. Die Verhandlungen, die eine Wiederaufnahme der Produktion ermöglichen sollen, sind auf allen Ebenen weit fortgeschritten. Der Umsatz im Segment Handel & Services stieg um 51,6 % auf 34,7 Millionen € und das EBITDA um 27,4 % auf 7,5 Millionen €. Im Segment Logistik verteidigte die intermodale Containerlogistik die Marktführerschaft in Polen. Der Segmentumsatz stieg im zweiten Quartal um 5,9 % auf 41,6 Millionen €, das EBITDA sogar um 30,1 % auf 8,4 Millionen €. Im Segment Holding & Projekte haben wir das Projekt zum Bau einer Chloralkalianlage gestoppt. Es läuft ein Schiedsgerichtsverfahren mit dem ursprünglichen Vertragspartner.
Straffung der Konzernstruktur im Segment Chlor & Derivate
Die PCC SE konsolidiert die Geschäftsaktivitäten im Segment Chlor & Derivate. Dabei ist vorgesehen, das Geschäft zur Produktion und zum Vertrieb von Monochloressigsäure (MCAA), also die Tochtergesellschaften MCAA SE sowie PCC MCAA Sp. z o.o., in die PCC Rokita SA einzubringen. Dies soll im Rahmen eines Aktientauschs im zweiten Halbjahr umgesetzt werden. Hierzu haben die PCC SE und die PCC Rokita SA am 16. Juni 2026 eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Tilgung endfälliger Anleihen
Die PCC SE hat zum 1. Juli die 2021 emittierte Anleihe ISIN DE000A3E5S42 sowie zum 1. April die 2022 emittierte Anleihe ISIN DE000A3MQZM5 endfällig getilgt. Beide Anleihen waren zu 4,00 % verzinst, die Rückzahlungsvolumina betrugen 29,6 Millionen € bzw. 21,0 Millionen €.